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⏱️ Kurzarbeitergeld-Rechner (60 % / 67 %)

Berechnen Sie Ihr monatliches Kurzarbeitergeld 2026 aus dem Soll-Entgelt nach der Pauschalierung des SGB III — 60 %, bzw. 67 % mit einem kindergeldberechtigten Kind.

Was ist dieses Werkzeug?

Kurzarbeitergeld (KuG) ist das deutsche Instrument der Kurzarbeit: eine Lohnersatzleistung der Bundesagentur für Arbeit, wenn ein Betrieb wegen Auftragsflaute, saisonaler Schwankungen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend die Arbeitszeit senkt. Statt geschulte Kräfte zu entlassen, reduziert der Arbeitgeber ihre Stunden, und der Staat springt für den größten Teil des entgangenen Nettolohns ein. In der Finanzkrise 2008-2009 und in der Pandemie 2020 hat dieses Instrument Millionen Arbeitsplätze gesichert — viele Ökonomen nennen es deshalb den deutschen Beschäftigungsstabilisator; in Frankreich und Spanien laufen vergleichbare Systeme unter den Namen chômage partiel bzw. ERTE.

Die Höhe folgt einer festen Formel. Grundlage ist das pauschalierte Nettoentgelt nach § 96 SGB III: das Brutto-Soll-Entgelt der ausgefallenen Stunden abzüglich pauschaler Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung mit den Sätzen 2026. Von dieser Basis zahlt die Agentur für Arbeit 60 %, bzw. 67 % für Beschäftigte mit mindestens einem kindergeldberechtigten Kind (§ 95 SGB III). Praktisch landet der Ersatz dadurch bei etwa 47 % bis 53 % des früheren Bruttolohns — 52,83 % mit Kind außerhalb Sachsens, 47,13 % ohne Kind. Weil die Pauschalierung die Lohnsteuer ignoriert und Durchschnittssätze nutzt, ist die Schätzung schnell und liegt meist nah an der tatsächlichen Auszahlung.

Bevor Geld fließt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die betroffenen Beschäftigten verlieren im Bemessungszeitraum mindestens 10 % ihres Arbeitsentgelts, die Arbeitszeitverkürzung ist vorübergehend und wirtschaftlich begründet, und der Arbeitgeber zeigt die Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit an und stellt die Anträge — die Beschäftigten selbst können nicht beantragen. Üblich sind bis zu 12 Monate KuG. Die Leistung ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt, und auf das KuG selbst werden KV- und PV-Beiträge weitergezahlt. Wie viel des Lohns ersetzt wird, hängt damit von der Familiensituation und der regionalen Pflegeversicherung ab — nicht von Betriebszugehörigkeit oder Leistung.

Dieser Rechner setzt die Pauschalformel 2026 um. Geben Sie Ihr monatliches Soll-Entgelt ein, kreuzen Sie an, ob mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind im Haushalt lebt, und markieren Sie Sachsen, wenn Sie der dort höheren Pflegeversicherung unterliegen (+0,5 Prozentpunkte). Sofort erhalten Sie den Pauschalabzug, das pauschalierte Nettoentgelt, das monatliche Kurzarbeitergeld, dessen Anteil am Brutto sowie die Netto-Lücke, die Sie selbst tragen müssen. Wie Ihr normales Netto aussieht, zeigt der Brutto-Netto-Rechner für Deutschland; ein neues Angebot zerlegt der Gehaltsrechner in Stunden-, Wochen- und Monatswerte. Tatsächlich gearbeitete Stunden und Überstunden in der Kurzarbeit verändern die Auszahlung, die dieser Pauschalwert nicht abbildet; endet die Lage später in einer Kündigung, verrät der Rechner für Kündigungsfristen die geltende Frist.

Wie es funktioniert

Die Berechnung folgt den beiden Schritten aus § 95 und § 96 SGB III und ergänzt zwei Planungskennzahlen.

Schritt 1, pauschaliertes Nettoentgelt. Ausgangspunkt ist das monatliche Brutto-Soll-Entgelt ohne Arbeitszeitausfall. Abgezogen werden die pauschalen Arbeitnehmeranteile 2026: 9,3 % Rentenversicherung (RV), 1,3 % Arbeitslosenversicherung (AV), 7,3 % gesetzliche Krankenversicherung (KV) zuzüglich der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9 %, also 1,45 %, sowie 1,8 % Pflegeversicherung (PV) für Beschäftigte mit Kind bzw. 2,1 % für Kinderlose inklusive Kinderlosenzuschlag. Das ergibt einen Abzug von 21,15 % mit Kind und 21,45 % ohne Kind. In Sachsen kommen 0,5 Prozentpunkte PV hinzu, also 21,65 % und 21,95 %. Das pauschalierte Nettoentgelt ist demnach das Brutto multipliziert mit einem der vier Nettoschlüssel 0,7885, 0,7855, 0,7835 oder 0,7805. Arbeitgeber dürfen stattdessen das exakte individuelle Netto berechnen, in der Praxis setzt sich die Pauschale durch, weil die Lohnbuchhaltung sie automatisch anwenden kann.

Schritt 2, der Satz 60/67. Das Kurzarbeitergeld beträgt 67 % des pauschalierten Nettoentgelts mit kindergeldberechtigtem Kind, sonst 60 %. Bei 3.000 Euro Brutto mit Kind ergibt sich ein pauschales Netto von 3.000 x 0,7885 = 2.365,50 Euro und eine Leistung von 2.365,50 x 0,67 = 1.584,89 Euro. Ohne Kind bleiben 3.000 x 0,7855 = 2.356,50 Euro und 2.356,50 x 0,60 = 1.413,90 Euro. Bei 2.500 Euro mit Kind: 2.500 x 0,7885 = 1.971,25 x 0,67 = 1.320,74 Euro.

Abgeleitete Kennzahlen. Zwei zusätzliche Zahlen machen das Ergebnis planbar. Der KuG-Anteil am Brutto setzt die Leistung ins Verhältnis zum alten Bruttolohn: 0,7885 x 67 % = 52,83 % mit Kind, 0,7855 x 60 % = 47,13 % ohne Kind, in Sachsen 52,49 % bzw. 46,83 %. Er beantwortet die Frage, wie viel des früheren Bruttos als Kurzarbeitergeld zurückkommt. Die monatliche Netto-Minderung zieht die Leistung vom vollen Netto ab: bei 3.000 Euro mit Kind 2.365,50 - 1.584,89 = 780,61 Euro pro Monat mit vollständigem Ausfall. Wer noch Stunden arbeitet, erhält zusätzlich das Ist-Entgelt, die echte Lücke fällt also kleiner aus.

Zwei gesetzliche Nebenwirkungen sollten Sie kennen, auch wenn der Rechner sie nicht beziffert: Auf das KuG selbst fallen KV- und PV-Beiträge an, die der Arbeitgeber vorstreckt und die Agentur erstattet. Und obwohl die Leistung steuerfrei ist, zählt sie beim Progressionsvorbehalt mit und kann so den Steuersatz auf paralleles oder späteres Einkommen erhöhen. Die Tabellen unten zeigen die vollständige Satzmatrix und Rechenbeispiele für 2.500, 3.000 und 3.500 Euro.

KuG-Satzübersicht 2026

Die vier gesetzlichen Szenarien unterscheiden sich nur im Pflegeversicherungsanteil und im Kindersatz. Die erste Tabelle zeigt die daraus folgenden Pauschalabzüge, Nettoschlüssel und den effektiven Anteil am Brutto, den Kurzarbeitergeld ersetzt; die zweite rechnet typische Monatsgehälter außerhalb Sachsens durch.

SituationPauschalabzugNettoschlüsselKuG-SatzKuG-Anteil am Brutto
Mit Kind (regulär)21,15 %0,788567 %52,83 %
Ohne Kind (regulär)21,45 %0,785560 %47,13 %
Mit Kind (Sachsen)21,65 %0,783567 %52,49 %
Ohne Kind (Sachsen)21,95 %0,780560 %46,83 %

Rechenbeispiele bei typischen Gehältern, mit und ohne kindergeldberechtigtes Kind (außerhalb Sachsens):

Brutto (Soll-Entgelt)Kindergeld-KindPauschal-NettoSatzKurzarbeitergeld
2.500 Euroja1.971,2567 %1.320,74
2.500 Euronein1.963,7560 %1.178,25
3.000 Euroja2.365,5067 %1.584,89
3.000 Euronein2.356,5060 %1.413,90
3.500 Euroja2.759,7567 %1.849,03
3.500 Euronein2.749,2560 %1.649,55

Aufschlüsselung des Pauschalabzugs 2026

Das pauschalierte Nettoentgelt zieht die Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung 2026 zu Pauschalsätzen ab. Beschäftigte in Sachsen zahlen einen Pflegeversicherungszuschlag von 0,5 Prozentpunkten.

BeitragArbeitnehmeranteil 2026Hinweis
Rentenversicherung (RV)9,30 %gesetzlicher Pauschalanteil
Arbeitslosenversicherung (AV)1,30 %gesetzlicher Pauschalanteil
Krankenversicherung (KV)7,30 %gesetzlicher Pauschalanteil
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag+1,45 %Hälfte des Durchschnitts von 2,9 % (2026)
Pflegeversicherung (PV), mit Kind1,80 %ohne Kinderlosenzuschlag
Pflegeversicherung (PV), kinderlos2,10 %inklusive Kinderlosenzuschlag
Sachsen-Zuschlag+0,50 %nur Beschäftigte in Sachsen
Summe, mit Kind21,15 %21,65 % in Sachsen
Summe, kinderlos21,45 %21,95 % in Sachsen
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Verwendung

  1. Geben Sie das monatliche Brutto-Soll-Entgelt ein, das ohne den Arbeitszeitausfall zu erwarten wäre.
  2. Kreuzen Sie an, ob mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind im Haushalt lebt (Satz 67 %).
  3. Markieren Sie Sachsen, wenn Sie die sächsische Pflegeversicherung zahlen (+0,5 Prozentpunkte PV).
  4. Klicken Sie auf Berechnen für pauschales Netto, KuG-Betrag, Bruttoanteil und Netto-Minderung.
  5. Vergleichen Sie die Leistung mit Ihrem normalen Netto und planen Sie mit der Lücke im Budget.

Häufige Fragen

Wann bekomme ich 67 % statt 60 % Kurzarbeitergeld?

Der erhöhte Satz von 67 % gilt, wenn mindestens ein Kind kindergeldberechtigt ist. Dazu zählen eigene Kinder, im Haushalt lebende Stiefkinder und Pflegekinder; entscheidend ist der Kindergeldanspruch, nicht das Alter allein — auch volljährige Kinder in erster Ausbildung oder im Studium können zählen.

Was genau ist das pauschalierte Nettoentgelt?

Es ist das pauschale Netto nach § 96 SGB III: Bruttoentgelt abzüglich fester Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung. 2026 sind das RV 9,3 %, AV 1,3 %, KV 7,3 % plus 1,45 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag sowie PV 1,8 % oder 2,1 % — zusammen 21,15 % mit Kind und 21,45 % ohne. Der Arbeitgeber darf diese Vereinfachung statt der exakten Einzelberechnung nutzen.

Wie lange kann ich Kurzarbeitergeld bekommen?

Die regelmäßige Höchstdauer beträgt 12 Monate. In früheren Krisen wurde die Frist zeitweise gesetzlich verlängert, das ist aber eine politische, konjunkturabhängige Entscheidung; dieser Rechner unterstellt keine Verlängerung. Die aktuell für Sie geltende Dauer nennen Arbeitgeber oder Agentur für Arbeit.

Wird Kurzarbeitergeld besteuert?

Die Leistung selbst ist lohnsteuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt: Sie zählt bei der Festsetzung des Steuersatzes mit, wodurch Steuern auf anderes Einkommen — etwa einen Nebenjob — steigen können. Viele merken das erst bei der Steuererklärung, eine Rücklage ist daher sinnvoll.

Wer muss Kurzarbeitergeld beantragen?

Nur der Arbeitgeber kann das. Der Betrieb informiert gegebenenfalls den Betriebsrat, zeigt den Arbeitszeitausfall bei der Agentur für Arbeit an und reicht die personenbezogenen Anträge ein, meist zusammen mit der Lohnabrechnung. Beschäftigte sollten die Abrechnungen und die ausgewiesenen KuG-Beträge prüfen.

Warum ist mein KuG weniger als 60 % vom Brutto?

Weil die 60 % bzw. 67 % vom pauschalen Netto gelten, nicht vom Brutto. Nach dem Abzug von 21,15 % bis 21,95 % entsprechen 67 % des Nettos rund 52,8 % des Bruttos und 60 % rund 47,1 %. Weicht die Auszahlung deutlich ab, sind oft individuell berechnetes Netto oder gearbeitete Stunden die Ursache.

Dieses Tool dient nur Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar.

Tipps & Ratschläge

Kreuzen Sie das Kind nur an, wenn es kindergeldberechtigt ist — eigenes Kind, Stiefkind im Haushalt oder Pflegekind; bei 3.000 Euro Brutto sind die 7 Punkte rund 171 Euro im Monat, das lohnt die genaue Prüfung. In Sachsen gehört das zweite Häkchen dazu, denn der höhere Pflegeversicherungsanteil drückt das pauschale Netto beim gleichen Gehalt um etwa 9 Euro. Die 10 %-Grenze bezieht sich auf den entgangenen Lohn im Bemessungszeitraum, nicht allein auf gestrichene Stunden; Arbeitszeitkonten werden in der Regel erst abgebaut, bevor KuG fließt. Klären Sie vor der Zustimmung mit Arbeitgeber oder Betriebsrat, wie sich die Reduktion verteilt, und gleichen Sie die KuG-Bescheinigung später mit den letzten Abrechnungen ab. Planen Sie mit der ausgewiesenen Netto-Minderung und prüfen Sie, ob Miete, Versicherungen und Raten weiterhin gedeckt sind; der Wert gilt pro Monat, bei halbem Ausfall halbiert sich grob auch die Leistung. Wegen des Progressionsvorbehalts zahlen Beschäftigte mit Zusatzeinkommen oft bei der Steuererklärung nach — ein Teil der Differenz zurückzulegen vermeidet Überraschungen. Als Faustregel gilt: Auf je 100 Euro Brutto kommen etwa 47 bis 53 Euro Kurzarbeitergeld; das Zusammenspiel beider Häkchen zeigt den ganzen Korridor.

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Quellen & Referenzen

Zuletzt geprüft: August 2026.

  1. § 95 SGB III (Höhe des Kurzarbeitergeldes): gesetze-im-internet.de, SGB III § 95.
  2. § 96 SGB III (pauschalierte Bemessung): gesetze-im-internet.de, SGB III § 96.
  3. Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld-Informationen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Einschränkungen

Dieser Rechner nutzt die Pauschalmethode 2026 (pauschaliertes Nettoentgelt) mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %; Ihr tatsächlicher Krankenkassensatz kann abweichen. Er bildet den vollständigen Ausfall ab und rechnet weder Ist-Entgelt für gearbeitete Stunden noch Überstunden, Sonderzahlungen oder die monatliche Beitragsbemessungsgrenze ein. Der Steuereffekt des Progressionsvorbehalts wird nicht berechnet, das Anzeigeverfahren von Arbeitgeber und Betriebsrat nur beschrieben. Alle Ergebnisse sind Schätzungen — keine amtliche Feststellung der Agentur für Arbeit und keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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