← Startseite

🔌 Parallelwiderstandsrechner

Ermittle den Ersatzwiderstand von zwei, drei oder vier parallel geschalteten Widerständen. Trage die Widerstandswerte und optional eine Versorgungsspannung ein, um Gesamtwiderstand, Gesamtstrom und den Strom durch jeden Zweig zu erhalten.

Ω
Ω
Ω
Ω
V

Was ist dieses Werkzeug?

Werden Widerstände parallel geschaltet, liegen beide Enden jedes Widerstands an denselben zwei Knoten, sodass an jedem Widerstand die volle Versorgungsspannung anliegt. Der Strom verteilt sich auf die Zweige, und der Gesamtwiderstand ist stets niedriger als der kleinste einzelne Widerstand. Das ist das Gegenteil einer Reihenschaltung, bei der sich die Widerstände einfach addieren.

Stell dir die Leitfähigkeit als Anzahl offener Fahrspuren auf einer Straße vor: Mehr parallele Spuren lassen den Verkehr leichter fließen, der wirksame Widerstand sinkt. Genau deshalb ist die Parallelschaltung der Standard für Redundanz. Im Haushalt bleibt beim Ausfall einer Glühbirne der Rest hell, weil jede Fassung ihre eigene Spur zurück zum Verteiler hat; in der Elektronik hält dieselbe Idee ein Gerät am Laufen, wenn einer von mehreren parallelen Kühlventilatoren oder LEDs ausfällt.

Parallelschaltungen begegnen dir in der realen Elektronik überall: So sind die Lämpchen einer Lichterkette, die Steckdosen einer Mehrfachleiste und die Zellen vieler Akkupacks verschaltet, damit jeder Teil weiterarbeitet, wenn ein anderer ausfällt. Unser Spannungsteiler-Rechner und der LED-Vorwiderstandsrechner decken die beiden anderen klassischen Bausteine ab.

Vin R1 R2 R3 R4 branches rejoin at the bottom node

Die Tabelle zeigt ein paar Kombinationen, die dir ständig begegnen, damit du den Rechner gegenprüfen kannst:

Widerstände parallelErsatzwiderstand
Zwei gleiche Widerstände (R ∥ R)R / 2
R ∥ 2R2R / 3
Drei gleiche Widerstände (R ∥ R ∥ R)R / 3
10 Ω ∥ 10 Ω5 Ω
100 Ω ∥ 200 Ω66.7 Ω

Sind alle Widerstände gleich groß, wird es noch einfacher — teile einfach einen Widerstand durch die Anzahl der Zweige:

Anzahl gleicher Widerstände (R)Ersatzwiderstand
2 parallelR / 2
3 parallelR / 3
4 parallelR / 4
5 parallelR / 5

Wie es funktioniert

Die Regel für Parallelwiderstände stammt von der Leitfähigkeit (dem Kehrwert des Widerstands). Die Gesamtleitfähigkeit ist die Summe der Zweigleitfähigkeiten:

1 / Rtotal = 1 / R1 + 1 / R2 + … + 1 / Rn

Kehrt man diese Summe wieder um, erhält man den Ersatzwiderstand. Weil du positive Kehrwerte addierst, ist das Ergebnis stets kleiner als der kleinste Widerstand der Gruppe — weitere parallele Pfade machen es dem Strom nur leichter zu fließen.

Für genau zwei Widerstände gibt es einen praktischen Abkürzungsweg (Produkt durch Summe), der ganz ohne Kehrwerte auskommt: Rtotal = (R1 × R2) / (R1 + R2). Rechne mit 100 Ω und 200 Ω: 20.000 / 300 ≈ 66,7 Ω — passend zur Tabelle. Der Rechner nutzt darunter die allgemeine Kehrwertsumme, dieselbe Idee, erweitert auf beliebig viele Zweige.

Gibst du zusätzlich eine Versorgungsspannung ein, berechnet der Rechner den Gesamtstrom über das Ohmsche Gesetz (Itotal = V / Rtotal) und dann den Strom in jedem Zweig (In = V / Rn). Die Zweigströme summieren sich stets zum Gesamtstrom auf — eine nützliche Probe, dass deine Verdrahtung sich korrekt verhält.

Ein durchgerechnetes Beispiel mit drei ungleichen Widerständen macht das Prinzip greifbar: 100 Ω ∥ 200 Ω ∥ 300 Ω ergibt 1/R = 0,010 + 0,005 + 0,00333 = 0,01833, also R ≈ 54,5 Ω. Beachte: Das Ergebnis liegt knapp unter dem kleinsten Widerstand (100 Ω) — genau das verspricht die Leitfähigkeitsregel, und eine gute Probe, wenn du das Werkzeug von Hand nachrechnest.

Als abgeleitete Kenngröße meldet der Rechner jeden Zweigstrom — so siehst du, ob ein einzelner Widerstand mehr als seine Nennleistung verkraften muss. Für Präzisionsarbeit gilt: Reale Widerstände haben eine Toleranz (typisch ±1% bis ±5%), der tatsächliche Ersatzwert liegt also in einem schmalen Band um den angezeigten Wert.

Ad

Verwendung

  1. Gib mindestens zwei Widerstandswerte in Ohm ein, wobei R1 und R2 Pflicht sind und R3 sowie R4 optional.
  2. Trage optional die Versorgungsspannung ein, falls du auch Ströme sehen möchtest.
  3. Drücke auf Berechnen, um den Ersatzwiderstand der Parallelschaltung zu erhalten.
  4. Hast du eine Spannung ergänzt, lies den Gesamtstrom und den Strom durch jeden Zweig ab.
  5. Vergleiche das Ergebnis mit der Schnellreferenztabelle oben, um zu prüfen, ob es plausibel aussieht.

Häufige Fragen

Warum ist der Gesamtwiderstand niedriger als der kleinste Widerstand?

Jeder zusätzliche parallele Zweig gibt dem Strom einen weiteren Weg, also sinkt der Gesamtwiderstand. Der Ersatzwiderstand kann niemals größer als der kleinste einzelne Widerstand sein und nähert sich null, wenn ein Zweig ein harter Kurzschluss ist.

Was passiert, wenn ein Zweig ein Kurzschluss ist (0 Ω)?

Ein Null-Ohm-Zweig macht den Gesamtwiderstand zu null, der gesamte Strom rauscht durch diesen Zweig und keiner mehr durch die übrigen. Deshalb kann eine Lötbrücke oder ein defektes Bauteil über einem parallelen Netz überhitzen und die Versorgung beschädigen.

Darf ich unterschiedliche Widerstandswerte mischen?

Ja. Die Kehrwertformel verarbeitet beliebige positive Werte — egal ob gleich groß oder völlig verschieden. Stark ungleiche Zweige führen schlicht stark ungleiche Ströme.

Worin unterscheidet sich das von der Reihenschaltung?

In Reihe addieren sich die Widerstände (Rtotal = R1 + R2 + …), und überall fließt derselbe Strom. Parallel addieren sich die Leitfähigkeiten, überall liegt dieselbe Spannung an, aber der Strom teilt sich auf.

Berücksichtigt der Rechner die Widerstandstoleranz?

Nein. Er arbeitet mit den exakt eingegebenen Werten. Echte Bauteile weichen je nach Toleranzklasse ab, behandle das Ergebnis also als Nennwert und plane in kritischen Designs eine kleine Reserve ein.

Tipps & Ratschläge

Parallelwiderstände sind ein eleganter Trick, um Werte zu treffen, die du nicht im Sortiment hast: zwei 100-Ω-Widerstände parallel ergeben 50 Ω, ein 100-Ω-Widerstand neben einem 220-Ω-Widerstand rund 69 Ω. Zudem teilst du so die Leistung auf — zwei parallele ¼-W-Widerstände verhalten sich wie ein ½-W-Bauteil.

Wenn du ein LED-Array baust, schalte die LEDs parallel, aber jede mit eigenem Vorwiderstand (siehe unseren LED-Vorwiderstandsrechner); teile dir keinen Widerstand über mehrere parallele LEDs, sonst verteilt sich der Strom ungleichmäßig.

Bei sehr vielen gleich großen Widerständen genügt es, den Wert eines Widerstands durch die Anzahl zu teilen — zehn 1-kΩ-Widerstände parallel ergeben glatte 100 Ω.

Wenn ein Zweigstrom sicherheitskritisch ist, dimensioniere jeden Widerstand für mindestens die doppelte tatsächliche Verlustleistung — genau wie bei einem einzelnen LED-Vorwiderstand.

Ein Praxistipp, den man kennen sollte: Misst du einen Widerstand in der Schaltung mit einem Multimeter, ziehen parallele Pfade auf der Platine den Messwert unter den aufgedruckten Wert. Ein 100-Ω-Bauteil, das am Tisch 54 Ω anzeigt, ist meist völlig in Ordnung — es teilt sich die Messung nur mit einem Nachbarzweig und ist nicht defekt.

Verwandte Tools

Quellen & Referenzen

Zuletzt geprüft: August 2026.

  1. Parallelwiderstandsnetzwerke und Leitwert — Electronics Tutorials: Widerstände parallel.
  2. Rechenbeispiele und Kehrwertformel — Reihen- und Parallelschaltungen (Wikipedia).

Einschränkungen

Dieser Rechner behandelt jeden Widerstand als ideal und ignoriert Bauteiltoleranz, den winzigen Widerstand der Leitungen und Temperaturdrift. Auf einer realen Platine verschieben diese Faktoren den wahren Wert um einen kleinen Betrag.

Bei Strömen nahe der Belastungsgrenze eines Widerstands prüfen Sie vor dem Aufbau stets die Belastbarkeit jedes Zweigwiderstands.

Ad